Weisheit
zeigt sich darin, die Beschränkung des eigenen Wissens anzuerkennen.
Mehr noch: es zeigt sich, dass Weisheit nichts mit einer besonderen Sachkenntnis zu tun hat.
Expertenwissen macht wirklich noch keinen Weisen, und wenn es sich in unserem Sprachgebrauch eingebürgert hat, eine handvoll Ökonomen als „Wirtschaftsweise“ zu bezeichnen, so spricht daraus Unkenntnis davon, was Weisheit tatsächlich und wirklich ist.
Aber was ist nun Weisheit – wirklich?
Für Sokrates zeigt sie sich nicht im theoretischen Wissen der Fachleute, sondern daran, wie man Kenntnisse anzuwenden weiß. Welchen Gebrauch man folglich davon im Leben macht und in welchem Maße diese Kenntnisse eingesetzt werden, so dass sie dem & im Leben förderlich sind.
Dazu muss man freilich wissen, worin die eigentliche Qualität des Lebens besteht. Man muss wissen, wie man sein Wissen so zur Anwendung bringt, dass ist die Lebendigkeit jedes Einzelnen, aber auch eines Gemeinwesens fördert.
Weisheit – so von Sokrates lernbar – ist Wissen um das gute Leben.
Es geht folglich nicht um Expertenwissen, das man niederschreiben und nachlesen kann. Es ist kein theoretisches Wissen, das man aus dem Internet downloaden und sich per Mausklick einverleiben kann.
NEIN, das Wissen um das gute Leben ist ein praktisches Wissen, das man einübt.
So wie man ein Musikinstrument spielen lernt oder sich eine bestimmte handwerkliche Fähig- oder Fertigkeit praktizierend aneignet.
Dafür braucht man sicher Erfahrungen und gleichwohl ist Alter allein kein Garant für Weisheit. Im Gegenteil, alte Narren sind häufiger als alte Weise!
Weisheit stellt sich nicht von selbst ein, sondern nur, wenn man sich des eigenen Nichtwissens bewusst ist und unablässig – wie Sokrates – das Gespräch sucht.
Das Gespräch, um eben herauszufinden, was das Leben gelingen lässt.
Und DAS kann man schon in jungen Jahren!
Herzlichst Ihre
Claudia Lutschewitz